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Teufelsberg Berlin – Orte und Gegenorte inszenieren ist meine Leidenschaft.

Das fing schon 1978 im Rahmen meiner Diplomarbeit an der Freien Universität Berlin zur Ästhetischen Erziehung in der Erwachsenenbildung an, als ich mit meinen „Hausfrauen“ - also Frauen, die Kinder großzogen, die Dächerwanderungen über Berlin inszenierte zur Erforschung ungenutzter Flächen auf den Dächern der Stadt. Auf den von uns gemachten Fotos und eigenen Abzügen im 30x40er Format gestalteten wir unsere Wünsche zur Verbesserung der Bedingungen der Lebensqualität in dem hochverdichteten Milieu der Großstadt und machten in den Collagen des #die-Wüste-lebt Projekts unsere Anregungen und Forderungen sichtbar. Aus diesem Animationsprojekt entwickelte sich dann logischerweise die Besetzung der #Schokofabrik, denn wir brauchten Raum für unsere kreativen und gesellschaftsreformerischen Kraftanstrengungen.

Seit 1990 bin ich fasziniert von diesem Ort Teufelsberg in Berlin. Dieses ist mein letztes und größtes Kunstprojekt zur Stadtgestalt auf dem Trümmerberg der Deutschen Geschichte. Im 6. OG des Turms auf dem Teufelsberg gestalte ich den MUSENSITZ, denn ich habe die Musen vom Helikon (Hesiod gelesen!) aus Griechenland eingeladen, uns hier zu küssen und zu inspirieren mit ihren Künsten.

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Hier ist ein Denkraum entstanden mit Weitblick über die historisch-politisch-geografischen Sedimente der Deutschen Geschichte. Denn das Wehrtechnische Institut von Hitler ist unter den von Trümmerfrauen zusammengekarrten und hier aufgeschütteten Trümmern des zerstörten Berlins vergraben. Seit den 60erJahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Trümmerberg als höchste Erhebung von hier bis Moskau als Abhörstation der Nato und des NSA genutzt. Die Reichweite der unter den Doms versteckten Radarschirmen hörten den gesamten Funkverkehr des Warschauer Pakts bis Moskau ab. Seit dem Mauerfall und der Beendigung des Kalten Krieges wurde der Berg mitsamt seinen abhörsichern fensterlosen Gebäuden von verschiedenen Nutzern beplant und verplant, von Kupferräubern ausgeplündert und befindet sich heute im Privatbesitz einer Investorengesellschaft, die aber keine Baugenehmigung mehr besitzt.

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Die internationale Streetartszene hat die Gebäude in die weltweit größte Grafittigalerie verwandelt. Ein Pächter hält gegen Eintritt die phantastische Anlage offen und repariert die Dächer. Es gibt noch andere Künstler, die das Gelände bearbeiten.

Heute ist es ein Ort ohne Autolärm, voller farbiger Grafitties, mitten im Grunewald gelegen, hoch über dem Urstromtal der Havel mit Blick über die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft. In der Ferne grüßt der Pfingstberg - einst Musensitz der Preußischen Könige.

Hier können wir unsere Seele schwingen lassen, uns meditativ zum Sonnenuntergang versenken und für einen Moment der Ruhe öffnen.

Zur Einstimmung gestaltete ich die Schriftwand zur Stadt mit der geistig-spirituellen Farbe Gelb mit einer Anrufung an die HEILIGE GÖTTIN ERDE.

Unser Bewußtsein weitet sich in eine den materiellen Bedürfnissen übergeordnete Ebene und wir öffnen uns dem Wunderbaren.

Der Text stammt aus einem englischen Herbarium aus dem 12. Jahrhundert, frei interpretiert nach einer Anregung aus Robert Ranke-Graves Buch Die Weiße Göttin.

HEILIGE GÖTTIN ERDE - MUTTER DER NATUR – DIE DU ALLES LEBEN BRINGST UND WIEDERERWECKST VON TAG ZU TAG. IN EWIGER TREUE GEWÄHRST DU DIE NAHRUNG DES LEBENS - UND WENN DIE SEELE ABSCHIED NIMMT, FINDEN WIR ZUFLUCHT IN DIR. ALLES WAS DU GEWÄHRST FÄLLT ZURÜCK IN DEINEN SCHOSS. HEILIGE GÖTTIN ERDE, MUTTER DER NATUR.

© Lady Red vom Teufelsberg 2016.

mini_logo Berliner_Woche_original.pdf

mini_logo Teufelsberg_Paechter_18-08-2016.pdf

gb

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